Sonntag, 22. Oktober 2017

Wachstumskontrolle – aber wie?

Weshalb sind Wachstums- und Terminsteuerung bei Zierpflanzen so wichtig?
Wachstums- und Terminsteuerung sind deshalb wichtig, da viele Zierpflanzen (wie z.B. der Weihnachtsstern) zu einem genau bestimmten Zeitpunkt in den Verkauf gebracht werden und den Ansprüchen der Konsumenten entsprechen müssen. Deshalb müssen u.a. Grösse und Blütezeitpunkt genau geplant werden.

Welches Repertoire an praktischen Möglichkeiten steht dem Kultivateur von Weihnachtsternen (Euphorbia pulcherrima) zur Wachstumsregelung zur Verfügung?
  • ·      Sortenwahl
  • ·      Temperaturkontrolle
  • ·      Luftfeuchtigkeit
  • ·      Chemische Hemmstoffe (z.B. Bonzi, Dazide Enhance, Carax)
  • ·      Licht
  • ·      Belichtung mit hellroten LED (hortigate)
  • ·      Düngung
  • ·      Bewässerung (leichter Trockenstress)
  • ·      Mechanische Reize (Schütteln)
(Quellen: (LVG Heidelberg, 2011) (LVG Ahlem, 2016) (Haas, Kohlrausch, & Winkelmann, 2009) (Keller, 2013))

Erläutere kurz, was mit den Temperaturregelstrategien „cool morning“ und „diff“ gemeint ist.
Cool Morning:
Vor Sonnenaufgang, wird die Raumtemperatur für ca. 4 Stunden abgesenkt, um den erhöhten Rotlichtanteil, der das Streckungswachstum begünstigt, zu minimieren. (Drasche, 2017)

Diff:
Positiver Diff: Die Tagestemperatur ist 2-3°C höher als die Nachttemperatur. Diese Methode ist energetisch vorteilhaft, da Sonnenenergie genutzt werden kann.  

Negativer Diff: Die Nachttemperatur ist höher als die Tagestemperatur.

Diese Methoden verringern das Streckenwachstum der Poinsettien. Dadurch erhält der Kultivateur kompakte Pflanzen. Ausserdem kann so der Einsatz chemischer Hemmstoffe reduziert bzw. vermieden werden. (Pellens Hortensien, 2017) (Drasche, 2017) (Altmann, 2005).

Welche der aufgelisteten Methoden liesse sich in biologischer Produktion anwenden? Weshalb?
Alle aufgelisteten Methoden, mit Ausnahme der chemischen Hemmstoffe, eigenen sich zum Einsatz im biologischen Pflanzenbau. Chemische Hemmstoffe sind im biologischen Pflanzenbau nicht zugelassen (BioSuisse, 2016)

Quellen
BioSuisse. (2016). Teil II Richtlinien für den Pflanzenbau und die Tierhaltung in der Schweiz. BioSuisse.
Drasche, M. (2017). Gärtner+ Florist.mobile. Abgerufen am 22. 10 2017 von http://www.gaertner-und-florist.at/?id=500,5492254&cnt=1,10,1,2161
Haas, H. P., Kohlrausch, F., & Winkelmann, T. (2009). Früh beginnen und kühl lagern. Fachhochschule Weihenstephan.
Keller, H.-C. (2013). Schütteln statt stauchen – Grundlagenforschung am Weihnachtsstern. HU Berlin.
LVG Ahlem. (2016). Belichtung mit Hellrot als Alternative für Hemmstoffe bei Poinsettien. LVG Ahlem. Abgerufen am 19. 10 2017
LVG Heidelberg. (2011). Kompakte Pflanzen ohne Chemie. LVG Heidelberg. Abgerufen am 19. 10 2017
Pellens Hortensien. (2017). Pellens Hortensien. Abgerufen am 17. 10 2017 von http://www.pellens-hortensien.de/kulturinformationen/alternativen-zum-hemmstoffeinsatz/

3 Kommentare:

  1. Hi Anna
    Auch hier finde ich hast du das Thema und die Fragen sehr gut und detailliert erläutert.

    Als kleine Anmerkung zur letzten Frage bezüglich was erlaubt ist bei Bio: Bei der Methode Negativer Diff muss über Nacht geheizt werden. Gemäss BioSuiss dürfen Treibhäuser im Winter nur bis max. 18 Grad Celsius erwärmt werden. Hier muss also entsprechend darauf geachtet werden, dass die vorgegebene Limite nicht überschritten wird.

    LG
    M

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    1. Hi anemómylos (deinen richtigen Namen muss ich erst noch herausfinden ;-), Die 18 Grad Celsius sind korrekt. Vorbehalten sind Jungpflanzen oder Gewächshäuser, die mit nachhaltigen Energiquellen beheizt werden. Die dürfen auch höhere Temperaturen fahren. Hansruedi

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  2. Liebe Anna, gut recherchiert. Da bleibt doch etwas zum Thema Kulturverfahren hängen?! Hansruedi

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